Dateiübertragungsverfahren (Serie: Praxis Datencloud)

Praxis Datencloud Dateiuebertragungsverfahren

Ohne Zweifel: Das Arbeiten mit einer Datencloud gestaltet den IT-Alltag recht komfortabel. So lohnt es sich daher, die verschiedenen Dateiübertragungsverfahren genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn diese sind dafür verantwortlich, dass die lokalen Dateien sauber in die Cloud geladen werden und sich idealer Weise auch automatisch abgleichen, wenn Änderungen vorgenommen werden.

Die wichtigsten Dateiübertragungsverfahren im Überblick

In den letzten 20 Jahren Internetpraxis durchliefen auch die Dateiübertragungsverfahren eine Evolution. Mit den steigenden Anforderungen an Übertragungsgeschwindigkeiten, Sicherheit und Anwendungskomfort veränderte sich auch die Sichtweise auf die einzelnen Technologie-Ansätze, so dass es inzwischen mehrere Möglichkeiten gibt, lokale Dateien und sogar ganze Verzeichnisse zuverlässig zwischen Cloud und lokalem Arbeitsplatz auszutauschen. Im folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten vor.

Übersicht FTP als Dateiübertragungsverfahren im TCP/IP Protokollstapel
Quelle: Wikipedia (de.wikipedia.org)

FTP (File Transfer Protocol) und SFTP

Bestimmt kennen Sie dieses Übertragungsprotokoll, schließlich es ist eines der ältesten. Für den Nutzer ist es recht simpel zu handhaben, denn man kann Dateien relativ einfach hin und her kopieren. Allerdings gilt es inzwischen auch als das unsicherste Datenübertragungsverfahren, denn es arbeitet mit unverschlüsselt gesendeten Passwörtern.  In der heutigen Zeit ist dies ein klares „NO GO“, insbesondere wenn anwenderseitig auch noch über ungesicherte WLAN-Verbindungen gearbeitet wird. Darüber hinaus erfordert dieses IP-gestützte reine Netzwerkprotokoll diverse offene Ports im IP-Gateway. Dadurch werden die Firewall Services förmlich durchlöchert und somit nutzlos.

Im „SFTP“ steht das „S“ für „Secure“. Es ist ein wenig besser, denn es steuert nur einen einzigen Port in der Firewall an. Dennoch bleibt die Unsicherheit wegen der unverschlüsselten Übertragung von Daten.

Übersicht SFTP/SSH im TCP/IP Protokollstapel
Quelle: Wikipedia (de.wikipedia.org)

SSH (Secure Shell)

Das SSH-Übertragungsprotokoll wird manchmal gleichgesetzt mit SFTP oder in einem Atemzug genannt. Häufig finden Sie diese Bezeichnung auch für eine Software, welche die Dateiübertragung erleichtern soll. Im Kern unterscheidet sich SSH von FTP dadurch, dass es auch auf Kommandozeilenebene arbeiten kann. Deshalb wird es insbesondere von Administratoren gerne eingesetzt. So ist dieses Begriffswirrwarr vermutlich dem Umstand geschuldet, dass im modernen SSH gerne Verschlüsselungsmethoden mit der vereinfachten Nutzung von SFTP verbunden werden. Damit können auch „normale“ Anwender leichter umgehen.

Übersicht des SCP Dateiübertragungsverfahrens im TCP/IP Protokollstapel
Quelle: Wikipedia (de.wikipedia.org)

SCP (Secure Copy)

Das Übertragungsprotokoll SCP ist eine Weiterentwicklung, welche die Vorteile von SSH mitnimmt. Gleichzeitig wurden hier die Fehler und Nachteile von FTP ausgemerzt. So verwendet SCP sichere Verschlüsselungsverfahren bei der Übertragung aller Daten und steuert nur einen Port an, so dass auch die Firewall-Administration einfacher ist. Ebenfalls erlaubt es eine Bedienung über die Kommandozeile. Doch auch für die normalen Anwender ist gesorgt, denn es stehen eine Vielzahl von Werkzeugen mit grafischen Benutzoberflächen und Mausbedienung zur Verfügung, welche die Anwendung dieses Dateiübertragungsverfahren vereinfachen.

Übersicht WebDAV als Übertragungsverfahren im TCP/IP Protokollstapel
Quelle: Wikipedia (de.wikipedia.org)

WebDAV (Web-based Distributed Authoring and Versioning)

Mit WebDAV stellen wir Ihnen ein besonders spannendes Dateiübertragungsverfahren vor. Denn dieser relativ neue Standard macht aus Ihrer Datencloud eine lokale Festplatte auf Ihrem Rechner, welche Sie einfach über den Windows Explorer verknüpfen. Dabei werden alle Dateien und Verzeichnisse, welche Sie auf Ihrer WebDAV-Festplatte verwalten, mit den Daten in der Cloud abgeglichen und aktualisiert, wenn die genutzte Cloudlösung auch WebDAV als Schnittstelle anbietet.

WebDAV verwendet den Standard HTML-Port 8o. Dadurch wird die Arbeit der Firewall nicht beeinträchtigt. Zusätzlich ermöglicht dieses Verfahren auch die Arbeit mit mobilen Endgeräten, wenn deren Betriebssysteme WebDAV unterstützen.

Weiterführende Informationen

Nachdem wir Ihnen die wichtigsten Verfahren zur Übertragung von Dateien in Ihre Cloud vorgestellt haben, empfehlen wir Ihnen, sich noch einmal den Beitrag „Schlüssel statt Passwort“ vorzunehmen. Denn dieses Thema spielt unmittelbar in die praktische und sichere Arbeit mit der Datencloud hinein. Darüber hinaus legen wir Ihnen auch noch einmal die Datencloud Lösung „DropIn“ in ihrer aktuellen Version ans Herz.

Zu guter letzt noch ein Hinweis: Im nächsten Beitrag zur Serie zeigen wir Ihnen am Beispiel von DropIn, wie Sie Ihre Datencloud über WebDAV in Ihrem Windows Explorer als lokale Festplatte anlegen. Lesen Sie hier mehr …