Aktive Softwarepflege ist gutes Risikomanagement

Das betrifft die eigentliche Anwendungssoftware (z.B. Typo3, WordPress, GroupOffice, Roundcube) und deren installierte Funktionserweiterungen, oft Extensions oder PlugIns genannt, PHP-Software-Module UND das im Hintergrund arbeitende Server-Betriebssystem. Zwischen all diesen Komponenten bestehen gegenseitige Abhängigkeiten, die bei der Pflege bedacht werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie in einer jeweils sinnvollen Reihenfolge aktualisiert werden müssen. Neben dem Faktor Faulheit sorgt die Komplexität einer sorgfältigen Softwarepflege also leider häufig dafür, dass diese nicht kontinuierlich und problemfrei durchgeführt wird.

Komplexe Softwarepflege am Beispiel Typo3-Update

Ein typisches Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Das Versionsupdate bei Typo3 von 4.7 auf 6.2. Hier wurde zunächst von der neuen Version eine sehr aktuelle PHP-Version verlangt. Allerdings kamen einige der installierten Extensions/Funktionserweiterungen mit der neuen PHP-Version nicht zurecht. Auch diese mussten entsprechend angepasst werden, um unschöne Funktionsfehler innerhalb der WebSite zu vermeiden. Bei einigen Kundeninstallationen war klar, dass das verwendete Server-Betriebssystem die brandneuen PHP- oder MySQL-Versionen nicht verkraften würde. In diesem Fall war ein einfaches Update gar nicht möglich, sondern musste ein spezielles Verfahren der Softwarepflege erarbeitet werden, um das Risiko zu minimieren, durch unerwartete Probleme während oder nach Updates eine nicht funktionierende Anwendung zu erhalten.

Wichtigste Schritte

Vor jedem Betriebssystem- oder Anwendungsupdate sollte eine komplettes Backup durchgeführt werden, das im Fehlerfall sehr schnell aktiviert werden kann. Anschließend sollte vor jedem Update von Anwendungen sowie deren Erweiterungen wenigstens ein Backup des Web-Filesystems und der Datenbank angelegt werden. Ideal ist natürlich, eine aktive „Reserve“ auf einem laufenden Server zu haben, das durch Umschalten aktiviert werden kann (Bsp.: Active Backup bei BB-ONE.net).

Update-Strategie als Basis für Riskomanagement

In jedem Fall sollte eine auf die jeweilige Software- und Betriebssystem-Umgebung abgestimmte Update-Strategie die Basis einer sinnvollen Softwarepflege bilden. Das derartiges nicht für ein paar Euro zu haben ist, sollte klar sein, ist aber gut investiertes Geld. Denn die Software-Pflege sichert die Arbeitsfähigkeit eines Unternehmens und sollte als Risikomanagement-Faktor ein wichtiger Bestandteil der fest eingeplanten Betriebskosten sein.