Ein persönliches Statement zum Schluss

Unbestritten geht es dem Unternehmen gut, aber es war immer sehr schwer zu vermitteln, warum Wiederverkäufer/Reseller zwar 99,9 % des Anbietermarktes darstellen, aber eben auch vergleichbar (dabei undurchsichtig), träge (weil die Konzernmutter entweder eine andere Sprache spricht oder nur in Quartalen denkt) oder einfach nicht an langfristigen Geschäftsverhältnissen interessiert und damit als Partner für Unternehmen eher ungeeignet sind.

In 2020 wurde es wenigstens für uns plötzlich wesentlich einfacher, diese Zusammenhänge glaubhaft zu transportieren. Die MeetingRoom-Plattform bspw. kann und will nicht mit Zoom & Co. konkurrieren. Aber: die Server stehen in Berlin, das Logging ist auf das technisch nötigste beschränkt und zusätzliche, proprietäre, abgeschlossene Software wird dazu auch nicht benötigt. So kann ein Steuerberater oder Rechtsanwalt bedenkenlos eine Mandantenberatung in SEINEM eigenen digitalen Besprechungsraum durchführen und bleibt dennoch DSGVO-konform. Und plötzlich haben die selben Argumente eine andere Bedeutung.

Gleiches gilt auch für andere Themen und Angebote. Die „Awarenes“ für bestimmte Themen ist in 2020 gestiegen. Das hatte eindeutig mit HomeOffice (bei uns eher mobiles Arbeiten genannt) und den zugehörigen Anforderungen zu tun.

Gier statt Perspektive

Einerseits war und ist das erfreulich, andererseits erleben wir immer noch, daß Systembetreuer oder andere Wiederverkäufer, aber leider auch Unternehmer mehr an ihren kurzfristigen Profit denken, als an eine nachhaltige, flexiblere und zukunftsorientierte Weiterentwicklung. Die Verkaufszahlen von Knebellösungen wie Office365 sind durch die Decke gegangen. Die Konsequenzen werden sich in einigen Monaten, vielleicht auch erst in wenigen Jahren auswirken. Der Anbieter hat die Kunden „im Sack“, er kann die Bedingungen zukünftig diktieren.

Digitale Souveränität sieht anders aus. Bereits in der Gründungsphase wurde unser Anspruch bezüglich Digitaler Souveränität formuliert. „Wir mieten nicht, wir vermieten“ und: „Wir lieben Open Source“. Ersteres haben wir weitestgehend seit 2005 erreicht: wir mieten zwar die Fläche unseres DataCenters, innerhalb dessen ist aber alles ausschließlich unter eigener Kontrolle. Und OpenSource wird im produktiven Bereich schon von Beginn an überall dort eingesetzt, wo unsere Kunden nicht ausdrücklich ClosedSoftware verlangen, weil es eben notwendig ist. Und zur Erinnerung: OpenSource heisst einsehbar, nicht „gratis“.