Standardpakete vs. Einzelanfertigung? Eine Frage der Anforderung an Serverservices

Standardpakete sind keine Alleskönner

Server-Services als Standardpakete mit festen Features geschnürt? Die können Sie quasi „an jeder Ecke“ beziehen. Doch bei der BB-ONE.net sind sie eher die Ausnahme. Denn die Erfahrung zeigt: Die Kundenwünsche für hochwertige Online-Angebote unterscheiden sich deutlich von typischen Standard-Anforderungen der 08/15 Websites. Was das genau bedeutet, wollen wir in diesem Praxisbericht über ein aktuelles und erfolgreich abgeschlossenes Kundenprojekt zeigen.

Ein Fallbeispiel

Der Betreiber eines speziellen Medizin-Portals, welches sich an Ärzte und Krankenhäuser richtet, war mit der bisherigen technischen Performance seiner Online-Anwendung unzufrieden. Da man ohnehin einen Relaunch plante, um das Portal an mobile Endgeräte anzupassen, war der Zeitpunkt für eine technische Generalüberholung günstig. Daher beauftragte der Bereiber eine Potsdamer Online-Agentur, die in den letzten Jahren bei ähnlich gelagerten Anfragen bereits erfolgreich gearbeitet hatte. Diese wandte sich – wie in der Vergangenheit – wegen der Erfahrung in Sachen performanten Server-Infrastruktur erneut an uns.

Die Herausforderung

Eine kurze Funktions-Beschreibung des Portales verdeutlicht den Anspruch, der weit über eine normale WebSite hinausgeht und deshalb auch nicht mit Standardpaketen auskommt:

  • In diese Medizin-Anwendung sind mehr als 2500 verschiedene Analysen (Labortests) integriert. Diese wiederum müssen verschiedenen Bereichen dynamisch zugeordnet werden können. Der Benutzer kann mittels dieses Auswahlwerkzeuges die speziell für seine Fragestellung in Frage kommenden Analysen auswählen, Details anzeigen lassen und dann beauftragen.
  • Diese Auswahl ist alternativ auch über eine integrierte Suchmaschine erreichbar.
  • Das jeweilige Ergebnis lässt sich zusätzlich als Druckausgabe verwerten.
  • Über Nacht wird ein tagesaktuelles Verzeichnis über alle möglichen Analysen für eine zusätzlich bereitgestellte App exportiert.

Der eigentliche Relaunch war schon einigermassen anspruchsvoll, da allein aus juristischen Gründen erhebliche Anforderungen an das technische Design vorlagen. Aber auch die Kundenvorgaben zur Performance waren einerseits ganz klar:

„Das muss deutlich schneller werden!“

Und:

„Beim Neu-Indizieren der Dokumentendatenbank darf der Server nicht in die Knie gehen!“

Andererseits konnte bis dato niemand sagen, wo genau der Performance-Schwachpunkt lag. Immerhin hostete man das Portal beim bekanntesten Anbieter für Agentur-Hosting auf dem grössten Server Standardpaket. Man dachte, das würde schon ausreichen.

Auf Spurensuche

Dennoch hieß es: Kunde droht mit Auftrag! Also sammelten wir alle verfügbaren Informationen sowohl beim potentiellen Kunden als auch bei seiner bisherigen Online-Agentur, welche dankenswerter Weise sehr gut kooperierte. Die neue Potsdamer Agentur führte alle Daten und Fakten zusammen und definierte ein Anforderungsprofil mit dem erklärten Ziel „schneller & stabiler“.

Die Ermittlungsergebnisse

Zunächst legte man gemeinsam die wichtigsten Kriterien fest:

  • wenigstens während der Entwicklungszeit und während der Startphase:
    • überdimensionierter Arbeitsspeicher (RAM) und CPU-Ressourcen
    • überdimensionierter Speicherplatz in einem SSD-Raid-System
  •  bereits während der Entwicklungszeit, aber auch während des normalen Betriebes:
    • eine getrennte Entwicklungsumgebung
    • eine ActiveBackup-Instanz (das ist ein spezieller Service bei uns, der quasi einen Spiegelserver darstellt)
    • aktuelles PHP 7.3, Geschwindigkeits-optimierter Datenbank-Server
    • HTTP/2 und ebenfalls auf Geschwindigkeit getrimmte SSL-Konfiguration
    • als Webserver NGINX statt Apache (skaliert deutlich besser)

Erste Erfolge

Die beauftragte Agentur entwickelte das Portal komplett neu, natürlich mit dem neuen TYPO3. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar: Das neue Backend war deutlich flotter als das alte. Und die Indizierung der Suchmaschinen-Inhalte führte nicht mehr zum „Einfrieren“. Der Kunde bemerkte beide Verbesserungen sehr schnell selbst und bestätigte die ersten Erfolge.

Eine kleine Überrraschung

Am Rande sei noch ein Vorkommnis erwähnt, welches sicherlich nicht zur Normalität gehört. Jedoch bei Projekten dieser Art und Grössenordnung können derartige Überraschungen durchaus vorkommen. Der Kunde verfügte nämlich bereits über ein Server-Zertifikat, das er gerne weiterhin verwenden wollte. Also baten wir die „Alt-„Agentur, vom bisherigen Server sowohl den Server-Key als auch das Zertifikat und das von der Certificate Authority verwendete Chain-Certifikate zu kopieren und bereitzustellen. Das erfolgte dann auch, aber ….