Vernunft im Internet

Editorial Mai 2019 - Internetsicherheit und DNS-Sicherheit

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“, sagte einst Imanuel Kant. Und recht hat er. Doch leider ist es dann trotzdem oft so, dass im Internet allzu schnell alles Mögliche geglaubt wird. Anläßlich seiner Auftaktrede zur re;publica 19 appelierte unser Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an die „Zivilität und Vernunft im Internet“. Was er hierzu im einzelnen ausführte, würde unseren Rahmen sprengen, daher empfehlen wir Ihnen, den Redebeitrag auf Youtube in voller Länge zu genießen (https://www.youtube.com/watch?v=6hfFGM7UTK4). Doch besonders spannend fanden wir, was Steinmeier zum Motto der re;publica 19 sagte. „tl;dr“lautet es, zu Neudeutsch too long; didn’t read“. Hier warb der Bundespräsident für „die Lust an der Langform“, und das ist Wasser auf unsere Mühlen. Schließlich geraten unsere Beiträge regelmäßig „etwas“ länger, weil im Internet manche Zusammenhänge aufgrund ihrer technischen Komplexität leider nicht auf die Verstandesebene der „Wisch und Weg“-Mentalität zu reduzieren sind. So geschehen in unserem aktuellen Thema des Monats „Domainservices und Domainsicherheit“. Doch das sollte Sie eher motivieren als abschrecken. Denn

Gedanken über Internetsicherheit kann man sich nie genug machen.

Es ist mehr als vernünftig, sich immer wieder über Internetsicherheit Gedanken zu machen. Denn die Bedrohungslage wird nicht kleiner, im Gegenteil, sie wächst und wird sogar noch vielschichtiger. Das liegt einfach in der Natur des Internets. Wichtiger ist hierbei nur, dass wir uns nicht tot stellen oder in Panik verfallen, sondern uns der Werkzeuge zu bedienen, die uns eben genau dieses Internet zum Schutz zur Verfügung stellt. Eins muss klar sein: eine 100%ige Sicherheit kann und wird es nie geben. Hier alle Möglichkeiten zu kennen, ist für Sie als professioneller Geschäftsanwender und technischer Laie darüber hinaus eine Zumutung, zumal nicht alle Maßnahmen in einem sinnvollen Kosten-Nutzen-Verhältnis zueinander stehen. Doch hier genau beginnt unser Job, nämlich Ihnen das Machbare und Sinnvolle vorzustellen, damit Sie wissenbasierte, vernünftige Entscheidungen treffen können. Der einzige Wehrmuthstropfen: In Fragen der Internetsicherheit gibt selten einfache, kurze Antworten, und schon gar keine, die ohne technisches Hintergrundwissen auskommen. Und so ist es auch mit unserem Thema des Monats:

Domainsicherheit

Wenn man von Domainsicherheit spricht, meinen Techniker eigentlich DNS-Sicherheit. Denn das Domain Name System stellt die Verbindung zwischen Ihnen bzw. Ihrem Arbeitsgerät und den Inhalten her, die über eine Domain erreichbar sind. Und deshalb sind DNS-Dienste auch so ein beliebtes Angriffsziel. Dabei sind die Stellschrauben hier kleiner als Sie denken. So sorgt „DNSSEC für mehr Sicherheit im Domainbetrieb“ zum Beispiel dafür, dass Ihre Geschäftsdomains vor ungewollten Umleitungen von Hackern auf kriminelle Websites geschützt sind. In dem gleichnamigen Beitrag erklären wir, wie diese Sicherheitserweiterung funktioniert. Der zweite Beitrag zum Thema Domainsicherheit „Der eigene DNS-Resolver? Kein Hexenwerk.“ zeigt Ihnen einen Weg, wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter davor schützen können, dass userseitige Domainaufrufe auf die schiefe Bahn geraten, also von Unbefugten auf dubiose Webseiten umgeleitet werden, um vertrauliche Informationen wie zum Beispiel Bankzugangsdaten abzugreifen (-> Phishing). Beide Maßnahmen bedeuten minimaler Aufwand und große Wirkung, gleich an der Wurzel vielen Übels.

Sich im vermeintlich Kleinen um mehr Intersicherheit zu kümmern, ist also mehr als nur vernünftig. Wer sich die Zeit nimmt, die Zusammenhänge zu verstehen, damit geeignete Maßnahmen entsprechend umgesetzt werden, handelt darüber hinaus verantwortungsvoll. Und dabei begleiten wir Sie auch in diesem Monat wieder gerne. Wir hoffen aber auch, dass Sie trotz der schweren Kost, die wir Ihnen dieses Mal vorsetzen, auch die Freuden des Mai ausgiebig genießen können.