ISDN stirbt – IP Telefonie kommt. Endgültig.

Suchen Sie mal nach „ISDN stirbt“, und Sie werden eine Menge Einträge finden. Was eigentlich schon seit 2011 bekannt ist, nimmt inzwischen konkrete Formen an. Denn 2018 stellt die Telekom ihr Telefonnetz und die dazugehörigen Dienste endgültig auf ALL-IP um, besser bekannt auch als VoIP. Deshalb haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengetragen und zeigen Ihnen Lösungswege, wie Sie sich auf den Umstieg vorbereiten können.

Bye, bye ISDN

Nach über 25 Jahren ist Schluss mit ISDN. Und das ist gut so. Denn dieses vergangene Vierteljahrhundert Technologiegeschichte beinhaltet schließlich auch den Entwicklungssprung der Endgeräte vom ersten internet-tauglichen PC im Desktop- oder Towergehäuse und kofferähnlichen Funktelefonen zu den heutigen Smartphones, die beides enthalten. Einst erfunden, um mehr Telefonie-Services über eine schnellere Kupferdrahtverbindung abzuwickeln, ist diese in die Jahre gekommene Technologie dem Tempo von Lichtwellenleitern (Glasfaser) in Kombination mit IP-Services einfach nicht mehr gewachsen.

Zu teuer und nicht mehr zeitgemäß

Aufgrund des Alters der ISDN-Technik wächst der Wartungsaufwand. Das steht im Widerspruch zu den Kundenerwartungen an sinkende Telefongebühren bei wachsenden Leistungsansprüchen. Und in die durchgehend mobile Welt passt das einst begehrte klassische ISDN-Festnetztelefon eigentlich nur noch als Nostalgie-Objekt.

Selbst Wiederverkäufer der Telekom und echte Alternativ-Anbieter setzen seit Jahren auf IP-gestützte Dienste für Internet, Telefon und Medien (TV und Radio). Alle neuen Telefonanlagen, Festnetz-Telefone und Telefaxdrucker können „VoIP“, spätestens wenn sie über einen Netzwerkanschluss verfügen. Kurzum: ISDN wird nicht mehr gebraucht.

Der Siegeszug der IP-Telefonie

Spätestens jetzt erklären sich die vielen  Baustellen, bestehend aus tiefen Gräben auf Bürgersteigen und an Straßenrändern. Darin werden dicke schwarze, recht unflexible Kabel versenkt. Lichtwellenleiter, auch Glasfaserkabel genannt. Und auch wenn die Telekom uns dies gerne glauben machen will: nicht alles gehört zu ihrem „NGN„, dem Next Generation Network. Andere Carrier (Netzanbieter) sind insbesondere in Ballungsräumen und neuen Gewerbegebieten mit dieser Glasfasertechnik schon lange vor Ort und schließen Haushalte wie Unternehmen an. Oder rüsten nach. In jedem Fall ist der Siegeszug der IP-Telefonie nicht mehr aufzuhalten. Und alle Netzwerkanbieter bereiten sich mit Hochdruck auf das Abschalten von ISDN vor.

Doch die eigentliche Frage lautet: Wie gut sind Sie auf den Wechsel vorbereitet?

Ihre Checkliste für 2018

Wenn Sie bereits komplett auf Voice over IP umgestiegen sind, können Sie sich entspannt zurücklehnen. Sie werden in Zukunft die Qual der Wahl unter den vielen neuen Anbietern haben. Wenn Ihr Unternehmen allerdings immer noch komplett über eine ISDN-Anlage angeschlossen ist, sollten Sie sich vorbereiten. Dazu geben wir Ihnen eine einfache Checkliste an die Hand:

1. Alter der Telefonanlage
Stellen Sie fest, wann  Ihre Telefonanlage bzw. die Telefone und Faxgeräte angeschafft wurden. Geräte, die älter als fünf bis sechs Jahre alt sind, lassen sich in der Regel nicht umrüsten oder umprogrammieren.

2. IP-Fähigkeit der Telekommunikationstechnik
Prüfen Sie, ob Ihre Telefonanlage bzw. Endgeräte grundsätzlich IP-fähig sind. Ein Blick auf die Anschlussbuchsen genügt in der Regel. Gibt es eine Anschlußmöglichkeit für CAT-Netzwerkkabel, ist dies ein gutes Indiz dafür, dass Sie um eine Neuanschaffung herumkommen. Die neueren Geräte (ca. seit 2013) verfügen bereits über beide Anschlussmöglichkeiten und müssen lediglich umprogrammiert werden.

3. Zukünftige Anforderungen
Prüfen Sie Ihr Telefonverhalten in Hinblick auf

  • verbrauchte Minuten (ein-, ausgehend)
  • Gesamtzahl der anzuschließenden Endgeräte
  • Anzahl der parallel aktiv genutzten Telefonanschlüsse
  • Anzahl der benötigten Rufnummern
  • Verhältnis der angewählten Festnetz-Inlands-, -Auslands- und Mobilfunknummern zueinander.

Diese Daten sind später ausschlaggebend für die Wahl des zukünftigen Telefonie-Anbieters und den dazugehörigen Tarifen.
Definieren Sie ebenfalls Ihre Anforderungen an Verfügbarkeit, technische Sicherheit und Stabilität.
Auch das Thema Rufnummernportierung sollte geprüft werden. Nicht immer lassen sich ISDN-Rufnummern zum neuen Dienst mitnehmen. Falls doch, ist dies mit zusätzlichen Kosten verbunden.

4. Masterplan „ISDN to VoIP“
Machen Sie sich einen Zeit- und Arbeitsplan, am besten rechtzeitig und unter anderem mit folgenden Themen:

  • Planung Organisation und Durchführung des technischen Wechsels
  • Bedarfsanalyse
  • Wahl des Anbieters
  • Anschaffung und Modifizierung von End- und Zusatzgeräten
  • Flankierende organisatorische Maßnahmen

Telefonieren über die Cloud

Bereits seit einigen Jahren gibt es Anbieter, welche VoIP-Services als sogenannte „Cloud Telefonie“ für den Massenmarkt betreiben. Doch diese Anbieter setzen in der Regel voraus, dass Sie als Kunde genau wissen, welche technischen und nutzungsbedingten Anforderungen erfüllt sein müssen. Und viele derzeit auf den Markt strömenden Anbieter haben keine eigene Infrastruktur für VoIP-Services, sondern treten als Wiederverkäufer großer Telekommunikationsanbieter auf. Das kann für Sie als Geschäftskunde besonders im Störungsfall und bei Support-Anfragen zum Problem werden.

Die BB-ONE.net als Betreiber eines eigenen DataCenters bereitet sich derzeit darauf vor, ihre Kunden beim Wechsel zu begleiten und baut dazu eigene VoIP-Kapazitäten auf. Die ersten Produkte und Services wird es bereits im Spätherbst diesen Jahres geben. Für Fragen hierzu nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.

Wenn Sie mehr zu den Vorteilen und aktuellen Fragestellungen zum Thema nachlesen möchten, empfehlen wir Ihnen den etwas älteren, aber immer noch aktuellen Artikel aus der Deutschen Handwerkszeitung: „Auslaufmodell ISDN