Ein Online-Shop zieht um

Online-ShopUmzug für bessere Performance
Der Shopumzug im Dauerlastbetrieb ohne Ausfallerscheinungen während und danach. Ein Praxisbeispiel.

Im Dezember letzten Jahres erhielten wir eine interessante Anfrage: Ein Noch-nicht-Kunde wollte seinen Online-Shop (Software SHOPWARE) im laufenden Betrieb umziehen. Er hatte gute Gründe für seine Entscheidung: mangelnde Performance bei den regelmässigen Neuindizierungen der Datenbank, aber auch im normalen Betrieb. Denn bisher stieg die Auslastung des dedizierten Servers oft auf 100% und blieb dann längere Zeit auf diesem Level, die Antwortzeit des Shops war während dessen extrem schlecht. Man fragte uns, ob wir hier helfen könnten. Unsere Anwort: Ja, wir können.

Die Herausforderung

Die größte Herausforderung war: Es durfte auf keinen Fall eine Downtime geben. Normaler Weise ist das für uns kein Problem, denn mit WebSite-Umzügen haben wir viel Erfahrung. Jedoch sind Online-Shops eine besondere Herausforderung, vor allem dann, wenn wir den gesamten Umzug vorbereiten und durchführen sollen.

Insbesondere eine Frage beschäftigte uns vorab: Wie finden wir heraus, wie viele Ressourcen tatsächlich während des Umzugs und danach notwendig sind. Und wie meistern wir die Herausforderung, im laufenden Betrieb einen gut frequentierten Online-Shop unbemerkt umzuziehen? Das wollen wir Ihnen in diesem Beitrag beschreiben.

Die Bestandsaufnahme

Der ungeliebte Server stand bei einem der „ganz Grossen“ im schönen Thüringen, genauer gesagt in Falkenstein. Der Server verfügte nominell über reichlich Ressourcen: 64 GB RAM, 2x 1 TB HD sowie eine schnelle Intel-E7-CPU. Der Online-Shop hatte einige tausend Artikel im Bestand. Die Zugriffszahlen lagen bei unter 1000 pro Tag.

Soviel wussten wir. Jedoch war uns zunächst unklar, mit welchem „Gegenangebot“ wir uns bewerben sollten. Denn eigentlich war der bisher gebuchte Server auf den ersten Blick überdimensioniert, aber beim genauen Hinschauen fiel dann doch dieses auf:

  • Die beiden Festplatten mit je 1 TB waren 3,5 “ SATA-Desktop-Platten mit 7200 U/min.
    • Die Schnittstellentechnik „SAS“ ist im Serverbetrieb „SATA“ vorzuziehen.
    • 2,5″-Platten haben eine bessere Zugriffszeit als 3,5″-Platten
    • 7200 U/min Platten auf SATA-Basis haben bei einem Shopserver nichts verloren.
  • Das angepriesene Raid war ein Software-Raid.
    • Das heißt, es wird von der CPU betrieben. Der im Mainboard integrierte Raid-Controller ist, verglichen mit einer externen Raid-Controller-Karte eine „Krücke“. Also wird die CPU unnötig belastet.
    • Es stand auch nur eine CPU zur Verfügung.
    • Die verfügbare Bandbreite lag mit 1,5 GBit/s auch am unteren Ende, verglichen mit 6 Gbit/s eines Hardware-Raid-Controllers.
  • Der Webserver war Apache. Ohne dem bewährten Apache weh tun zu wollen: NGINX IST schneller und skaliert deutlich besser.

Die Alternative

Bei der Analyse dieser Systemdaten erhielten wir die wichtigsten Hinweise, warum der Shop-Betreiber mit dieser Lösung unglücklich sein musste. Dadurch konnten wir ein Alternativ-Angebot kalkulieren. Allerdings wollten wir  nicht mit dem ganz grossen Hammer zuschlagen. Denn wir wollten ein passendes, aber kein überdimensioniertes Angebot abgeben.