Das kleine VoIP-Wiki

VoIP-Wiki - das kleine ABC der neuen Telekommunikationstechnik

Vorwort

In der nächsten Zeit werden Sie garantiert mit vielen Schlagworten zum Thema Voice over IP bombardiert. Doch welche davon sind echte Fachbegriffe? Welche entpuppen sich bei näherem Hinsehen als reine Marketingmasche? Für den Laien ist das schwer zu unterscheiden. Daher haben wir uns entschlossen, diesen kleinen VoIP-Wiki zu schreiben. Er soll Ihnen helfen, sich in dieser neuen Begriffswelt besser zurecht zu finden. Und wann immer Sie oder wir auf neue Wörter stoßen, werden wir dieses VoIP-ABC vervollständigen.

ALL-IP

Schlaue Anbieter begrenzen ALL-IP gerne auf Internet-Telefonie, um damit auf einer Marketing-Welle zu reiten. Doch ALL-IP umfasst alle Internet basierten Dienste. Also auch das Fernsehen als IP-TV oder WebTV, den Radiostream oder das „Internet der Dinge“ (IoT).

Wie kam es zu dieser Entwicklung? Durch den flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes war abzusehen, dass das Internet alle kabelgebundenen Technologien zusammenführen würde. Denn so sind sie leistungsstärker und kostengünstiger zu betreiben.

Welche Vorteile haben Sie als Anwender? Sie benötigen nur noch einen einzigen Anschluss zum Telefonieren, Surfen, Radiohören oder Fernsehen. Sie sparen Kosten und können die Technik jederzeit stufenlos an Ihre Anforderungen anpassen.

Welche Gefahren lauern? Sie machen sich abhängig von einem einzigen System. Wenn es ausfällt, sind Sie kommunikationstechnisch blind, taub und stumm. Und Sie werden anfälliger für Sicherheitsattacken. Daher sollten Sie etwas mehr Sorgfalt in die Auswahl Ihres Anbieters investieren. Und Sie sollten eine gute Firewall zwischen sich und das Netz bringen.

Cloud-Telefonie

Die Telefonanlage wandert mit allen Anwendungen vom Firmensitz in das DataCenter eines externen Anbieters und wird von diesem betreut. Hier gibt es zwei Betriebsarten. Als Managed Hosting Serverlösung existiert die TK-Anlage noch als eigenständige Hardware (dedizierter Server). In der zweiten Variante wird die Telefonanlage virtualisiert und nutzt damit alle Vorteile von VoIP: mehr Platz im Unternehmen, niedrigere Kosten und geringerer technischer Wartungsaufwand.

CTI – Computer Telephony Integration

Ein alter Hut, aber in Verbindung mit ALL-IP wieder sehr spannend. Sie kennen diese Anwendung in Verbindung mit Customer Relation Management System: Sie suchen einen Kontakt im CRM, klicken auf „Wählen“, und das Telefon stellt die Verbindung her. Anschließend werden Datum und Uhrzeit im CRM protolliert, und Sie schreiben noch Ihre Gesprächnotizen dazu. Das ist eine klassische Anwendung von „Rechner-Telefonie-Integration“. In Verbindung mit VoIP oder ALL-IP wird diese Sache einfacher, vor allem wenn Sie mit dem Gedanken spielen, das Ganze als Cloudlösung zu betreiben.

IP

Die Abkürzung „IP“ steht für „Internet Protokoll“ und stellt als Netzwerkprotokoll die technische Grundlage des Internet dar. Das Internet nutzt für alle Arbeiten spezielle Protokolle, in denen festgelegt wird, wie welche Daten übertragen werden. Das ermöglicht den fehlerfreien Datenaustausch und die reibungslose Kommunikation. Denn diese Protokolle setzen verbindliche Standards, an welche sich alle halten müssen. Sie sind so etwas wie eine Weltsprache fürs Internet.

IP-Centrex

Centrex steht für Central Official Exchange. Vom ISDN-Anbieter wurden zum Beispiel Dienste bereitgestellt, welche aus seinem Netz kamen und nicht aus der Telefonanlage. „Anklopfen“, „Mailbox“ oder „Rückruf“ gehören dazu.

IP-Centrix kann deutlich mehr. Neben den alten Centrex Diensten steht jetzt auch die komplette Telefonanlage mit all ihren praktischen Funktionen beim externen Anbieter, entweder als Server-Service oder als virtuelle Maschine. Es ist der technische Fachbegriff aus der Fernmeldetechnik und zeigt einmal mehr, wie die Welten ineinander verschmelzen. Denn man könnte auch einfach Telefon Cloud Services dazu sagen. Aber dann wüssten Sie ja, worum es inhaltlich geht.

Managed TK-Server

Die Besenkammer oder der Keller hat ausgedient, jedenfalls als Standort für die TK-Anlage. Denn diese wird als Server Service in einem externen Rechenzentrum betrieben. Das bedeutet auch, dass Sie das Management aus der Hand geben. Denn normaler Weise übernehmen die Anbieter diese Aufgabe. Sie können also diese Abstellräume für etwas anderes nutzen. Und Ihr IT-Personal hat wieder mehr Zeit für drängendere Aufgaben.

Netzbetreiber

Bitte nicht verwechseln mit Ihren Stromanbieter. Gemeint sind Telefonnetz-Betreiber bzw. Internetanbieter. Da mit ALL-IP alles über ein Netz geht, verschwinden natürlich auch die Unterschiede zwischen diesen beiden Anbietergruppen. Manchmal finden Sie auch den Begriff Netzdienstebetreiber. Der ist eigentlich klarer, aber umständlicher.

PSTN

Haben wir im Zusammenhang mit Migration gefunden. Macht auch Sinn, denn PSTN ist dem alten Telefontechniker durch und durch vertraut. Die Abkürzung steht nämlich für „Public Switched Telephone Network“, zu Deutsch „Fernsprechnetz“.

SBC – Session Border Controller

Den SBC benötigen Sie, um Ihre alte TK-Anlage mit ALL-IP sicher verbinden zu können. In der Fachwelt werden SBC auch gerne Netzwerkkoppler genannt, denn sie verbinden Netze mit unterschiedlichen Standards, zum Beispiel ein analoges mit einem digitalen Telefonnetz. Falls Sie bereits VoIP-Telefone besitzen und mit einem IP-Gateway arbeiten, ist dieses spezialisierte Gerät unnötig.

SIP – Session Initiation Protocol

Verwenden Sie, wenn Sie über das Internet und nicht über ISDN telefonieren. Denn wie Sie wissen, geht im Internet nichts ohne ein Protokoll. Und dieses spezielle Protokoll regelt den Aufbau, Betrieb und die Beendigung der Kommunikation zwischen den Teilnehmern. Hier ist also das saubere Arbeiten des Anbieters genau so wichtig wie stabile Leitungen.

SIP eignet übrigens auch für andere Kommunikationformen. Deshalb werden Sie immer wieder von SIP-Voice oder SIP-Telefonen lesen, wenn echtes VoIP gemeint ist. Also nicht verwirren lassen.

Trunk

Nein, der Genuss eines alkohlischen Getränks ist nicht damit gemeint. Der Begriff kommt aus Telekommunkationstechnik und heisst wörtlich übersetzt „Verbindungsleitung“. Gemeint ist der Einzelplatz-Anschluss. Manchmal wird er auch gerne gleichgesetzt mit dem Endgerät, das angeschlossen ist.

UC – Unified Communications

Ein super schickes Marketing-Schlagwort der Hersteller für Kommunnikationssoftware. Denn „vereinheitlichter Informationsaustausch“ klingt nicht so interessant. Und ist auch nicht neu. Wenn Sie eine Groupware oder ein CRM verwenden und diese über eine CTI-Schnittstelle mit Ihrer Telefonanlage verbunden haben, sind Sie bereits UC-Anwender.

Angeblich soll die Mehrheit der Mittelständler den wichtigsten Vorteil von UC kennen: Produktivität. Wir wissen aus Erfahrung, dass vereinheitlichte Kommunikation nicht zwangsläufig zu höherer Produktivität führt, aber in diesen Kreisen glaubt man das. Denn wenn alle Endgeräte (Fax, Telefon,…) und Kommunikationsanwendungen (E-Mail, Voice-Mail,…) auf einer Plattform laufen, entfällt der Betrieb und die Pflege von mehreren Parallelwelten. Das ist sehr praktisch, weil es auch Kosten spart. Aber es ist nicht der größte Vorteil.

Den größten Nutzen ziehen Sie aus der ALL-IP Technik selbst. Denn alles, was auf IP-Basis läuft, kann in die Cloud. Oder sogar virtualisiert werden. Dadurch arbeiten Sie immer standortunabhängig und können Ihre TK-Technik stufenlos skalieren. Egal wie sich Ihr Unternehmen verändert. Damit sparen Sie richtig Geld, Zeit und Nerven. Aber das funktioniert unabhängig von „UC“, dem neuen Modekürzel der Softwarehersteller.

VoIP – Voice over Internet Protocoll

Bedeutet einfach nur, dass Ihre Telefonat über das Internet als Netzwerk transportiert wird. Deshalb wird es auch gerne als Internet-Telefonie bezeichnet.

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Gestalten Sie das kleine VoIP-Wiki gemeinsam mit uns. Schicken Sie uns Begriffe zum Thema, die Sie unverständlich oder merkwürdig finden. Gerne über das Kontaktformular mit dem Betreff „VoIP-Wiki. Wir werden uns um informative und kurzweilige Aufklärung bemühen. Und vielleicht wird dann aus dieser Sammlung irgendwann sogar ein ALL-IP Lexikon.