Die wichtigsten Regeln der Website-Gestaltung

Die fünf wichtigsten Regeln für modernes Webdesign

Wir reden hier bewusst nicht von neuen Design-Trends, sondern von allgemeingültigen Regeln der Website-Gestaltung. Denn wer heute über aktuelle Trends im Webdesign schreibt, der kann ihnen ab morgen nur noch hinterher rennen. Und damit ist Ihnen nicht geholfen. Wir sind nämlich der Überzeugung, dass insbesondere Unternehmenswebsites zwar durchaus zeitgemäß gestaltet sein, aber auch ihre nachhaltige Ausstrahlung behalten sollten. Das meinen wir sowohl im bildlichen als auch im übertragenden Sinne.

Website-Gestaltung? Mehr als eine Design-Frage.

Für uns ist die Website-Gestaltung nicht ausschließlich auf das Thema „Design“ beschränkt, weil wir das für zu kurzsichtig halten. Wie gesagt, nur den Design-Trends zu folgen, heißt dem Zeitgeist hinter zu hecheln. Da können Sie nur verlieren, vor allem den Blick auf die wesentlichen Kriterien, die eine Website erfolgreich machen. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass Ihnen der Innovationsdruck von den Schultern genommen wird. Denn auch wenn die häufig selbst ernannten Trendsetter gerne etwas anderes behaupten: der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das heisst für Ihre Websites: Ihre Stammkunden bzw. -nutzer mögen Veränderungen immer nur dann, wenn sich auch ihre Nutzungsgewohnheiten verändern. Und das passiert gerade. Die Frage ist nur: in welchem Umfang?

Welche Regeln der Website-Gestaltung gelten immer noch?

Wir gehen zunächst davon aus, dass Sie sich bzw. Ihr Unternehmen in erster Linie über die Inhalte definieren. Ein hippes Design dürfte Ihnen weniger wichtig sein, als die Darstellung Ihrer Produkte und Dienstleistungen. Und damit haben Sie vollkommen recht. So lautet also die

Regel Nummer 1: Bleiben Sie sich treu.

Bleiben Sie ruhig bei Ihrem Corporate Design, welches Logo, Farbgebung und Schrifttypen definiert. Denn das macht Ihren Wiedererkennungswert auch im World Wide Web aus. Mehr noch, es bildet die optische Brücke zwischen der realen und der virtuellen Welt. Es ist also vollkommen sinnlos, Ihre Website in angesagten Trendfarben zu gestalten, wenn diese im beißenden Kontrast zu Ihrer sonstigen Außendarstellung stehen. Manchmal gelingt der Spagat – das macht übrigens auch einen guten Webdesigner aus – aber im Zweifelsfalle bleiben Sie bei Bewährtem.

Regel Nummer 2: Das Design folgt der Funktion.

Auch Websites unterliegen der Wahrnehmungspsychologie des Menschen und seinem Nutzungsverhalten. Einige Verhaltensweisen sind angeboren, aber viele auch erlernt. Das kennen wir z. B. von der Farbpsychologie. Die Wirkungsweise von Rot als Warnfarbe dürfte für alle Menschen gleich gelten, deshalb werden Hinweise oder die Aufmerksamkeit bindende Inhalte dadurch hervorgehoben. Und obwohl die (Nicht)Farben weiß und schwarz kulturell recht unterschiedlich bewertet werden, bevorzugen wir alle das weltweit tradierte „Schwarz auf Weiß“ für Geschriebenes. Wir mögen Bilder, die uns das Textverständnis erleichtern. Und wir bevorzugen unbewusst Design-Elemente, die sich sich an den Regeln der Gestaltpsychologie orientieren. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, empfehlen wir Ihnen übrigens ein Webinar des eBusiness Lotsen Berlin: Gutes Webdesign – Grundlagen der Gestaltung.

Regel Nummer 3: Verständliche Texte sind ein Muss.

Ihr Design kann noch so perfekt durchgestylt sein, wenn Ihre Texte als Bandwurm-Schachtelformat im Fachchinesisch daherkommen, sind alle anderen Bemühungen vergeblich. Denn unverständliche und unübersichtliche Texte wirken abschreckend, daher sollten Sie hier folgendes beachten:

  • Gliedern Sie Ihre Online-Texte mit Überschriften, am besten pro Absatz eine Überschrift.
  • Achten Sie darauf, dass die Absätze nicht mehr 300 Wörter enthalten.
  • Fassen Sie sich kurz bzw. vermeiden Sie Bandwurmsätze mit mehr als 20 Wörtern.
  • Schaffen Sie mit Bindewörtern Überleitungen zu Folgesätzen.
  • Erklären bzw. übersetzen Sie Fachwörter oder verweisen Sie auf entsprechend erklärende Beiträge im Web.

All diese Maßnahmen unterstützen den Lesefluss und das Textverständnis. Sie sorgen zusätzlich für eine optische Gliederung und werden obendrein von den Suchmaschinen belohnt. Auch hierzu hat der eBusiness Lotse Berlin einige Webinare veröffentlicht.

Regel Nummer 4: Suchmaschinen brauchen Köder (interessierte User übrigens auch)

Wer eine Website ohne Blick auf die Suchmaschinen gestaltet, der handelt grob fahrlässig. Sie mögen es vielleicht nicht glauben, aber wir haben es immer noch mit Kunden zu tun, die sich mit selbstgebastelten Content Management Systemen ins SEO-technische Aus kegeln. Warum? Ganz einfach weil die Programmierer vergessen haben, die Eingabe von Meta-Daten wie das Hauptschlüsselwort (Fokus-Keyword), Seitentitel (Title-Tag) und Beschreibung (Meta-Description) zuzulassen. Wie wichtig diese Meta-Daten sind und wie Sie herausfinden, welche richtigen sind, erfahren Sie übrigens in den Webinare „Meta-Infos und Headlines“ und „Best Practice – Keyword Recherche„.

Der Paradigmen-Wechsel

Bereits in früheren Beiträgen wiesen wir darauf hin, dass Websites responsiv bzw. adaptiv sein müssen. Dahinter steht der Gedanke, dass Sie nicht wissen können, mit welchem Endgerät Ihre Nutzer die Seiten aufrufen. Vor ein bis zwei Jahren konnte man noch annehmen, dass die Mehrzahl am Laptop oder vor dem PC-Bildschirm saß. Die extensiven Smartphone-Nutzer bildeten eher eine Minderheit. Doch spätestens seit man erste Überlegungen anstellt, Laternenpfahle mit Schaumstoffpolstern auszustatten, können wir davon ausgehen, dass sich das Nutzerverhalten komplett gedreht und damit auch die Sichtweise auf das Webdesign verändert hat. Und somit kommen wir zur einer neuen Gestaltungsregel, nämlich der

Regel Nummer 5: „Mobile first“

So lautet die Devise der Zukunft. Denn inzwischen wird gerne unterwegs zum Handy gegriffen, um schnell mal etwas nachzusehen. Daher ist es wichtig, dass Ihre Websites mindestens responsiv bzw. adaptiv sind. Wir haben hierzu bereits vor einiger Zeit einen Artikel zu „Responsives Design mit WordPress“ veröffentlicht. Und sicherlich werden in Kürze weitere Beiträge dazu zu folgen. Moderne Content Management Systeme wie z. B. WordPress, Typo3, Joomla! und Drupal bieten inzwischen standardmäßig sehr gute Designvorlagen, die für den mobilen Betrieb geeignet sind. Wenn Sie jedoch mit einem selbstgebastelten CMS arbeiten, dann werden Sie vielleicht ein Problem haben. Am besten befragen Sie hierzu Ihre Webdesign-Agentur. Eventuell kommen Sie kurzfristig um ein Re-Design bzw. einen Relaunch nicht herum.

Regel Nummer 6: Bilder, Grafiken und Icons? – Ja unbedingt! Aber …

Bilder, Grafiken und Icons helfen beim Textverständnis, bei der Orientierung und der Bedienung Ihrer Website. Deshalb sind sie ein Muss. Allerdings sollten sie zum Kontext passen und nicht im Widerspruch zu den Inhalten stehen. Denken Sie daran, welche Regeln für die richtige Platzierung von Grafiken und Bildern gelten. Diese können Sie übrigens auch noch einmal nachlesen: „Mit Heatmap und Blickachsen Onlinetexte richtig gestalten„.

Ein Tipp zum Schluss

Zu jedem Jahreswechsel veröffentlichen alle einschlägigen Design- und Online-Magazine die „neuen Trends im Webdesign“. Wie Sie in diesem Beitrag hoffentlich gesehen haben, müssen Sie nicht jeder Mode hinterher jagen. Es sei denn, Ihre Online-Angebot beschäftigt sich mit Reisen, Mode und anderen Lifestyle-Themen. Oder aber Ihr Zielgruppe ist eher jung und medien-affin. Dann müssen Sie auch die Webdesign-Trends im Auge behalten und den Lebenszyklus Ihrer aktuellen Website verkürzen. Ansonsten genügt es, die Basics einzuhalten, damit haben Sie dann auch genug zu tun. Übrigens bietet der eBusiness Lotse Berlin auch hierzu ein Webinar an: „Gutes Webdesign – die Grundlagen der Gestaltung„.